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Oktober 2014

Mitte Oktober waren die letzten Schülergruppen bei uns zu Besuch und jetzt ist die diesjährige "Komm ins Beet" Saison offiziell beendet. Aber die Vorbereitungen für das nächste Jahr haben bereits begonnen...

In diesem Jahr wurde "Komm ins Beet" 10 Jahre alt, aber auch die Jubiläumssaison ist irgendwann vorbei. Dank des langen und warmen Spätsommers konnten wir noch bis Mitte Oktober Führungen anbieten. Die meisten Pflanzen sind aber mittlerweile abgereift. So auch der Mais, den wir als Beispiel für Energiepflanzen und Hybridzüchtung nutzen und Dinkel, der Bestandteil der Evolutionsreihe des Weizen ist. Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gang, um die Beete herbst- und winterfest zu machen.

 
Mais diente bei uns als Beispiel für Energiepflanzen und Hybridzüchtung   Dinkel haben wir als Bestandteil der Weizenevolution gezeigt  

 

Neben den reinen Aufräumarbeiten haben aber vor einer Weile auch schon die Vorbereitungen für die Saison im nächsten Jahr begonnen. Auf einigen Beeten haben wir Pflanzen als sogenannte "Gründüngung" ausgesät. Darunter versteht man Pflanzen die zur Bodenverbesserung beitragen. 

Wo vor ein paar Wochen noch unser Kartoffelbeet zu finden war, wachsen jetzt Bitterlupinen. Diese lila blühenden Pflanzen gehören zu den Hülsenfrüchtlern und leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Diese Bakterien können den Luftstickstoff binden und für die Pflanze nutzbar machen. Wird die Lupine dann als Gründüngung unter den Boden gepflügt, wird der Stickstoff für die nachfolgenden Pflanzen nutzbar. Außerdem haben Bitterlupinen Pfahlwurzeln, die bis zu 1,5 Meter tief in den Boden wachsen. So können sie auch tiefergelegene Nährstoffe nutzen und tragen zur Belüftung des Bodens bei. Auf diese Weise schaffen wir gute Startbedingungen für die Kohlsorten, die in der nächsten Saison an dieser Stelle wachsen werden.

Auch im Beet, das wir für die Evolutionsreihe des Weizen nutzen, wachsen zur Zeit Hülsenfrüchtler. Hier ist es keine Bitterlupine sondern die aus dem Mittelmeerraum stammende Serradella. Sie wird auch Großer Vogelfuß genannt, lebt ebenfalls in Symbiose mit Knöllchenbakterien und trägt damit zur Stickstoffanreicherung des Bodens bei. Außerdem haben diese Pflanzen ein dichtes, feines Wurzelsystem, das den Boden auflockert.

Bitterlupine - bindet Stickstoff und trägt zur Bodenbelüftung bei      Serradella - bindet ebenfalls Stickstoff und lockert den Boden auf

 

Eine weitere bodenverbessernde Pflanze ist die Phacelie. Diese Pflanze wird auch Bienenfreund oder Bienenweide genannt und als Imkerpflanze genutzt, da sie sehr viel Nektar produziert. Von diesem Nektar ernähren sich aber nicht nur Honigbienen sondern auch Hummeln, die auch bei Herbstwetter noch in unseren Beeten unterwegs sind. Phacelien sind aber nicht nur bei Imkern beliebt, sie tragen als Gründüngung auch zum Humusgehalt und zur Verbesserung der Struktur des Bodens bei. 

Außer Pflanzen, die zu Bodenverbesserung dienen, wurden aber auch schon einige ausgesät, die Thema in unseren Führungen sind. Hinter dem, was auf dem Foto unten rechts noch als grüner Rasen erscheint, verbergen sich Roggen, Weizen und die noch junge Getreidesorte Triticale. Diese drei Getreide, so wie auch einige Arten aus der Weizenreihe, sind sogenannte Wintergetreide. Sie benötigen nach der Keimung eine Frostperiode, um im Frühjahr zu schossen, das heißt weiter auszutreiben und zu blühen. Aus diesem Grund kann man Wintergetreide schon ab September aussäen und dann im Sommer des Folgejahres ernten.

Phacelie - gleichermaßen beliebt bei Imkern, Gärtnern und Hummeln   Hier wachsen Winter-Roggen, Winter-Weizen und Winter-Triticale

 

Neue Bilder von den Beeten gibt es im nächsten Frühjahr. Ab Mitte/Ende Mai beginnen dann auch wieder unsere Führungen. Bis dahin bieten wir auf unseren Seiten aber auch viele Informationen rund um Vererbung, Züchtungsverfahren, Gentechnik und nachwachsende Rohstoffe. Auch die Videoreihe "Pimp your brain" sei allen empfohlen, die sich auf unterhaltsame Art über Wissenschaft informieren wollen.