Was versteht man unter Gentechnik und welche Rolle spielt sie in der Pflanzenforschung?

Vokabeln helfen Fremdsprachen zu verstehen

Gentechnik beinhaltet alle Methoden, die sich mit der Isolierung, Charakterisierung, Vermehrung, Veränderung und Neukombination von Erbmaterial beschäftigen. Die Grundlagen dafür wurden durch die Phagen-Bakterienforschung in den 30er bis 60er Jahren des letzten Jahrhunderts geschaffen.

Bei der Gentechnik handelt es sich im übertragenen Sinne um eine Methode, mit deren Hilfe es möglich ist, den vorhandenen Wortschatz (das Erbgut) zu erweitern (durch Hinzufügen von Genen), vergessene Vokabeln zu aktivieren (durch das Anschalten von Genen) und andere Vokabeln aus dem aktiven Wortschatz zu eliminieren (durch das Abschalten von Genen). Dies ist möglich, weil der genetische Code universell ist, das heißt: Die Erbinformationen aller Organismen sprechen dieselbe Sprache und nutzen dieselben Buchstaben: A, C, G, T.

Gentechnische und molekularbiologische Methoden werden weltweit in allen Forschungseinrichtungen als Werkzeug eingesetzt, um den Geheimnissen der Pflanzen auf die Spur zu kommen. Durch die Übertragung eines neuen Gens in eine Pflanze oder durch das An- oder Abschalten einzelner Gene kann untersucht werden, für welche Aufgabe das entsprechende Gen zuständig ist. So kann z.B. ein Gen, von dem angenommen wird, dass es eine Trockentoleranz verleiht, aus einer trockentoleranten Pflanze isoliert und in eine Versuchspflanze eingebracht werden. Sofern sie nun im Vergleich zu einer nicht-veränderten Kontrollpflanze über eine Trockenresistenz verfügt, ist belegt, dass das untersuchte Gen der Pflanze tatsächlich die Fähigkeit verleiht, mit wenig Wasser auszukommen.

In den vergangenen Jahren wurden die gentechnischen Methoden immer mehr verfeinert und präzisiert. So ist es heute möglich, punktgenaue Veränderungen (Mutationen) im Erbgut zu erzeugen, wie sie auch in der Natur vorkommen. Die neuen Verfahren werden wegen ihrer hohen Präzision unter dem Begriff „Genome Editing“ zusammengefasst.