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KIB Lexikon

Die Begriffswelt der Komm-ins-Beet-Website als Lexikon

 Allel
Ein Allel ist die Ausprägungsform eines Gens, also im Endeffekt die Reihenfolge der Nukleotide. Diploide Organismen können auf ihren zwei homologen Chromosomen entweder das gleiche Allel (die gleiche Reihenfolge der Nukleotide) aufweisen, dann sind sie in Bezug auf dieses Allel reinerbig. Haben sie zwei unterschiedliche Allele (also eine abweichende Nukleotidreihenfolge), so sind sie mischerbig.
 Allopolyploidie
Bezeichnet das Vorhandensein von Chromosomensätzen aus unterschiedlichen Organismen in einem Zellkern, was nach einer Kreuzung über Artgrenzen hinweg mit anschließender Verdoppelung des Chromosomensatzes auftreten kann. Weizen ist zum Beispiel allohexaploid. Allopolyploide Organismen sind fruchtbar, wenn sich die einzelnen Chromosomensätze genügend voneinander unterscheiden.
 Amflora
Amflora ist eine Kartoffelsorte, die von BASF entwickelt wurde. Sie produziert nur eine Stärkekomponente, das Amylopektin, das zum Beispiel als Rohstoff für die Papierherstellung genutzt werden kann. Im Dezember 2013 wurde der Firma die Anbauzulassung in der EU entzogen.
 Biodiesel
Biodiesel ist eine Bezeichnung für Treibstoff, der aus den Samen ölreicher Pflanzen gewonnen wird. Seine stoffliche Zusammensetzung unterscheidet sich stark von der Zusammensetzung gewöhnlichen Diesels, die unterschiedlichen Stoffe haben aber die gleichen Eigenschaften und lassen sich deshalb in den gleichen Motoren verbrennen.
 Bioethanol
Ethanol (Trinkalkohol), das aus Biomasse (Pflanzen) gewonnen worden ist. Die Vorsilbe „bio“ macht keine Aussage über die ökologische Anbauweise dieser Pflanzen.
 Cellulose-Ethanol
Wird auch Lignozellulose-Ethanol genannt und aus Pflanzen mit einem hohen Celluloseanteil (Bäume, Stroh, Riesen-Chinaschilf) hergestellt.
 Chromatid
Ist ein Teil der Chromosomen in den Zellkernen der Eukaryoten. Ein Chromatid besteht aus einem DNA-Doppelstrang und stabilisierenden Proteinen (Histonen).
 Chromatin
Chromatin bezeichnet das Baumaterial der Chromosomen, also die Erbinformation in Form der DNA sowie die stablilisierenden Proteine (Histone).
 Chromosom
Chromosomen bestehen aus einem oder zwei Chromatiden und heißen demzufolge Einchromatid-Chromosom oder Zweichromatid-Chromosom. Wenn zwei Chromatide ein Chromosom bilden, dann heißen sie Schwesternchromatide. Sie sind am Centromer miteinander verbunden und weisen eine identische Basenreihenfolge auf.
 Confinement
Biologische Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitungsfähigkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen
Neben gentechnisch veränderten Pflanzen, deren landwirtschaftliche Eigenschaften (z.B. Schädlingsresistenzen) verändert wurden, werden/wurden auch transgene Pflanzen mit neuen bzw. veränderten Inhaltsstoffen enwickelt. Sie liefern beispielsweise industriell nutzbare oder pharmazeutisch wirksame Substanzen. Die Ausbreitungsfähigkeit dieser gentechnisch veränderten Pflanzen sollte möglichst auf ein Minimum begrenzt werden. Das kann z.B. durch eine Unterdrückung der Fortpflanzung erreicht werden. Mit konventioneller Züchtung und mit Hilfe der Gentechnik können Pflanzen hergestellt werden,

- die nicht mehr in der Lage sind, Pollen zu produzieren
- die keine Blüten ausbilden
- oder deren Samen steril sind.  
Ein alternativer Ansatz ist die gentechnische Übertragung neuer Gene in die Plastiden. Plastiden sind Einheiten in der Pflanzenzelle, die über eigene DNA verfügen. Die meisten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen vererben die Plastiden-DNA nur mütterlicherseits, d.h. nicht über den Pollen. Bei einer gentechnischen Veränderung der Plastiden befinden sich die neuen Gensequenzen wegen der besonderen Vererbung also nicht in den Pollen. (www.biosicherheit.de)
 Consumer traits
Consumer traits sind Eigenschaften, die als vorteilhaft für den Verbraucher angesehen werden, wie zum Beispiel erhöhter Nährstoffgehalt. Ein Beispiel für eine gentechnisch veränderte Pflanze mit einem Consumer trait ist der Goldene Reis. Diese Reissorte enthält Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A, und soll in Ländern, wo sich die arme Bevölkerung hauptsächlich von Reis ernährt, das Vitamin A-Mangelsyndrom bekämpfen.
 CpG-Insel
Bezeichnet Regionen innerhalb eines DNA-Einzelstrangs (DNA-Moleküls) in denen die Kombination der Basen Cytosin (C) und Guanin (G) gehäuft auftritt. Da sie - wie alle Basen - über ein Zucker-Phosphat-Rückgrat miteinander verknüpft sind, wird das Phosphat (p) im Namen erwähnt. Dies dient außerdem der Unterscheidung zu den CG-Basenpaaren innerhalb eines Doppelstrangs. CpG-Inseln kommen vor allem in Promotern vor, also den Steuerungseinheiten von Genen.
 DNA
Abkürzung für den englischen Begriff deoxyribonucleic acid (auf Deutsch: Desoxyribonukleinsäure). Die DNA ist Träger unserer Erbinformation und besteht aus kodierenden und nichtkodierenden Bereichen. Die nichtkodierenden Bereiche werden nicht in RNA umgeschrieben und in Proteine übersetzt, können aber trotzdem regulatorische Funktionen haben.
 Doppelhaploide Linien
Besitzen wie normale diploide Organismen auch zwei Chromosomensätze, jedoch sind diese komplett identisch (homozygot), da sie durch Verdoppelung aus einem haploiden Chromosomensatz hervorgegangen sind. Man sagt, doppelhaploide Individuen seien genetisch stabil, weil sie bei der Vererbung immer die gleichen Merkmale an ihre Nachkommen weitergeben.
 Gen
Ein Gen ist ein Abschnitt auf der DNA, der abgelesen wird und zur Herstellung von Proteinen oder RNA dient.
 Genetischer Code
Der genetische Code ist die Regel, nach der Informationen aus der Sprache der Nukleotide in die Sprache der Aminosäuren übersetzt wird (Translation). Jeweils drei Nukleotide (ein Triplett) kodieren für eine Aminosäure. Da es vier verschiedene Nukleotide gibt, ergeben sich 64 mögliche Tripletts. Es gibt jedoch nur 20 unterschiedliche Aminosäuren, die verschlüsselt werden müssen. Deshalb gibt es für die meisten Aminosäuren mehr als ein mögliches Triplett. Zum Beispiel stehen die Kombinationen GAA und GAG beide für die Aminosäure Glutamat. Der genetische Code ist universell, das heißt alle Lebewesen übersetzen nach den gleichen Regeln. Es gibt jedoch Unterschiede in der Häufigkeit mit der bestimmte Tripletts verwendet werden.
 Genkanone
Eine Genkanone funktioniert prinzipiell wie ein Luftgewehr. Als „Munition“ dienen kleine Goldpartikel, die mit DNA-Molekülen beschichtet sind. Diese Goldpartikel werden durch hohen Druck beschleunigt und können somit in das zu transformierende Pflanzengewebe eindringen, wo dann die neue DNA in die genomische DNA integriert werden kann. Eine Transformation der Plastiden-DNA ist mit der Genkanone ebenfalls möglich.
 Genotyp
Der Begriff Genotyp umfasst die gesamte genetische Information, die ein Organismus in seinem Zellkern gespeichert hat. Der Genotyp bestimmt den Phänotyp, jedoch sind nicht alle genotypischen Veränderungen phänotypisch sichtbar.
 GVO
Ein GVO ist ein "gentechnisch veränderter Organismus", also ein Lebewesen, dessen Erbgut mit Hilfe von gentechnischen Methoden verändert worden ist.
 Heteroplastom
Pflanzen sind heteroplastom, wenn ihre Plastide (z.B. Chloroplasten) ein unterschiedliches Genom tragen.
 Heterosis
Begriff für die Mehrleistung der Hybride gegenüber der Durchschnittsleistung von Mutter- und Vaterpflanze.
 Homoplastom
Pflanzen sind homoplastom, wenn ihre Plastide (z.B. die Chloroplasten) ein einheitliches Genom besitzen.
 Horizontaler Gentransfer
Ist der Austausch von genetischem Material ohne sexuelle Fortpflanzung, also ohne das Nachkommen dabei entstehen. Dieser Austausch kann auch über Artgrenzen hinweg stattfinden.
 Hybrid
Ein Hybrid ist das Ergebnis einer Kreuzung. Kreuzt man zwei genetisch möglichst unterschiedliche Inzuchtlinien miteinander, so entstehen die überaus ertragreichen F1-Hybride. Den Grund dafür kann man aus den Mendelschen Regeln ableiten. Gemäß der 1. Mendelschen Regel sind die Nachkommen reinerbiger Eltern einheitlich mischerbig. Wenn außerdem die Eltern genetisch sehr verschieden sind, dann stehen die Chancen gut, dass die dominanten positiven Gene eines Elternteils die rezessiven negativen Gene des anderen Elters überlagern. Idealerweise kommen bei den F1-Hybriden ausschließlich positive Gene zur Ausprägung.
Das Problem ist, dass die Nachkommen von F1-Hybriden gemäß der 2. Mendelschen Regel wieder aufspalten und es zu einer Neuverteilung der Merkmale kommt. Das Saatgut von F1-Hybriden sollte deshalb nicht zur Wiederaussaat verwendet werden.
 Hybridleistung
Begriff für die absolute Leistung der Hybride, also der F1-Generation. Setzt sich zusammen aus Heterosis und Durchschnittsleistung von Mutter- und Vaterpflanze.
 Interphase
Die Interphase ist die längste Phase des Zellzyklus. Zu Anfang besitzen alle Chromosomen im  Zellkern nur ein Chromatid. Wenn sich die Zelle erneut zu teilt, wird der Chromosomensatz verdoppelt und es entstehen Chromosomen mit zwei Chromatiden (Schwesterchromatiden).
 Intragene Pflanze
Pflanzen, in die Gene einer anderen Pflanze der gleichen Art eingefügt worden sind. Ein Gentransfer wäre theoretisch auch durch Kreuzung möglich.
 Introgression
Übertragung eines Gens, Chromosoms oder Chromosomenabschnitts einer Art auf eine andere Art. Donor der neuen DNA ist meistens eine Wildsorte, die im Vergleich zur Kulturpflanze andere, wünschenswerte Eigenschaften zeigt.
 Inzuchtdepression
Durch anhaltende Selbstung (Selbstbefruchtung) werden Pflanzen krankheitsanfälliger, zeigen Auffälligkeiten im Wuchs und liefern geringere Erträge. Diese Erscheinung nennt man Inzuchtdepression. Die Ursache ist, dass normalerweise rezessive letale oder subletale Gene nicht zur Ausprägung kommen. Sie erhalten sich nur im Genom als sogenannte „genetische Bürde“, die weitervererbt werden kann, den Organismus selbst jedoch nicht beeinflusst. Da aber bei Inzucht nach und nach alle Gen-Orte homozygot werden, werden auch diese rezessiven Gene ausgeprägt. Es kommt zur Leistungsminderung bis hin zum Absterben der Pflanze.
 Inzuchtlinie
Ist eine aus enger Inzucht hervorgegangene, nahezu reinerbige Nachkommenschaft einer Pflanze oder eines Tieres. Meist sind rund sieben Generationen Selbstbefruchtung nötig um eine Inzuchtlinie zu erzeugen.